500 Jahre Reformation

Wie kann ich vor Gott bestehen, der bis in die Herzen sieht, wenn selbst in meinen besten Taten so viel Selbstgerechtigkeit und Geltungssucht steckt? – Von solchen Fragen war Martin Luther umgetrieben. Das ist bei uns heute anders. Wenn Gott uns überhaupt etwas bedeutet, dann fürchten wir uns nicht vor ihm. Warum eigentlich nicht? Haben wir Gott mehr zu bieten als ein Luther? Oder haben wir Gott klein und handlich gemacht? Haben wir ihn für unsere Bedürfnisse zurechtgestutzt, damit wir uns nicht mehr vor ihm fürchten müssen?

Aber, wenn sie uns nun verloren gegangen ist, die Furcht vor Gott, wo ist sie denn hingekommen? Sie ist doch nicht einfach weg. Manchmal habe ich den Eindruck, als hätte unsere säkulare, von Gott entfremdete Gesellschaft die Furcht Gottes irgendwie verinnerlicht oder in eine andere Richtung projiziert. Während Luther daran schier zerbrochen ist, dass er seinem Gott nicht gerecht werden konnte, scheint mir, dass heute viele Menschen daran zerbrechen, dass sie sich selbst nicht gerecht werden – ihren eigenen Zielen, ihren selbst gebastelten Lebenskonzepten. Sie zerbrechen nicht an der Gerechtigkeit Gottes, sondern an ihrer eigenen Selbstgerechtigkeit. In dem Maß, wie wir uns selbst zu Gott machen, nämlich zum Maß aller Dinge, zerbrechen wir an den Ansprüchen, die wir an uns selbst stellen.

Angenommen, das ist wirklich so – wie kann die christliche Botschaft dann für uns heute zur Kraftquelle werden? Ich denke, dadurch, dass wir aufhören, selbst Gott zu spielen und stattdessen auf Gott vertrauen, der uns durch Jesus Christus gerecht spricht. Für Martin Luther war das eine Quelle der Kraft, die ihn stark gemacht hat, selbst vor Kaiser und Reich zu stehen. Und eine Quelle der Freiheit: der Freiheit vom Urteil anderer, auch der Freiheit von den eigenen Erwartungen an sich selbst.

Karl-Heinz Schlaudraff, Dekan
Heidenheim

Bericht des Dekans vor der Bezirkssynode am 21. Oktober 2017

Pfarrplan 2024

Zukünftige Verteilung der Pfarrstellen im Kirchenbezirk Heidenheim

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Sonderverkauf des Diakonieladens

... aus den 60ern, 70ern, 80ern und von Heute. Am 18.11.2017 ab 9:00 Uhr – so lange ihr shoppt Im Diakonischen Werk Heidenheim, Bahnhofstraße 33, 89518 Heidenheim Flyer zum Herunterladen

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Neuigkeiten aus Kamerun

Es gibt Neues aus Bali, unserem Partnerbezirk in Kamerun: Am vergangenen Sonntag wurde in Bali Reverend George Anjoambom in sein Amt als Dekan eingeführt. Wir freuen uns mit den Gemeinden des Bali-Distrikts und wünschen Rev. Anjoambom Gottes Segen für seinen Dienst.

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