Kamerun-News 6-2019

"Kirchenbezirkspartnerschaften fordern mehr Einsatz gegen Gewalt in Kamerun" - so titelt die aktuelle Ausgabe von "WELT-SICHTEN" 6/2019. Dabei tun die Menschen an der Basis alles, was sie können. Sie schreiben eine Petition an Politiker nach der anderen, Sie unterschreiben und unterstützen den "Aufruf für Frieden durch Gerechtigkeit", Sie veranstalten Partnerschaftssonntage und Männervesper, Polit-Diskussionen und Friedensgebete. Danke dafür!

Jetzt sind die Leitenden in Kirche und Politik gefragt. Zu Pfingsten, wo wir feiern, dass der Geist Gottes ein Verstehen schenkt, das alle (Sprach)Grenzen überwindet, ist die Hoffnung besonders hoch, dass Verantwortliche aus Politik und Kirche ihre Stimme für die Rechtlosen und Geächteten im Anglophonen Kamerun erheben. Das wäre ein starkes Zeichen für Solidarität. Dafür braucht es angesichts der bedrängenden Situation unserer Glaubensgeschwister und der unzähligen gesicherten Informationen über die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in Kamerun nur ein bisschen Mut. 

Wir beten - aber nicht nur. Das war von jeher das Motto der Basler Mission, ihre Gründungslosung ein Wort des Propheten (Sacharja 4,6): "Nicht durch Heer oder Kraft. Sondern durch meinen Geist wird es geschehen, spricht der Herr der Heerscharen." Diese Zusage steht und will den Verantwortlichen Kraft und Mut geben. In Kamerun, aber auch hier im sicheren Europa.

„Die Zahl der Menschenrechtsverstöße nimmt zu. Und mit jedem Tag wächst die Kluft zwischen dem, was die Zivilisten an humanitärer Hilfe brauchen und dem, was sie tatsächlich zur Verfügung haben“ 
Uno-Vizegeneralsekretär und Nothilfekoordinator Mark Lowcock

"Die internationale Gemeinschaft ist am Steuer eingeschlafen, wenn es um die Bewältigung von Notsituationen wie beispielsweise jener in Kamerun geht. Der Konflikt in dem zentralafrikanischen Land steht auf Platz eins der Liste der vernachlässigten Krisen."
Jan Egeland, Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrates NRC

Dem ist nichts hinzuzufügen. Im Namen unserer Partner bitte ich Sie, der Millionen Menschen im Anglophonen Kamerun und der über eine halbe Million Geflüchteten in Kamerun in allen Gottesdiensten zu Pfingsten fürbitten zu gedenken.

Lumumba Togho Mukong und seine Frau Esther haben in ihren sehr persönlichen Berichten in den letzten Tagen keinen Zweifel daran gelassen, wie es sich anfühlt, als Anglophone in Kamerun zu leben, nein: zu leiden. Und dass es einer starken internationalen Stimme wie der Deutschlands bedarf, um die politisch Verantwortlichen an den Tisch des Dialogs zu bitten.

Liste der vergessenen Konflikte

Spiegel Online 2019

Weltsichten 06-2019

Artikel zur Kamerun-Partnerschaft im Evangelischen Gemeindeblatt

Kamerun News 5-2019

Hätten Sie gewusst, dass die Bundesrepublik Deutschland bewaffnete Bundeswehrangehörige nach Kamerun entsandt hat? www.wirtschaft.com und andere Medien berichten über diesen Skandal, wo offenbar unter Umgehung eines parlamentarischen Mandats Fakten geschaffen werden – im Namen des Volkes. Grund genug, unsere Verantwortlichen in Berlin und vor Ort zu befragen und uns noch mehr als bisher uns einzusetzen für Frieden durch Gerechtigkeit in Kamerun und in Deutschland! Hier ein aktueller Nachrichtenüberblick mit Einblicken in die Wirklichkeit in Deutschland und in Kamerun.

Unter die Haut gehen auch die Berichte von unserem Freund Godlove in Kamerun, der in Interviews mit Kindern im Krisengebiet denen eine Stimme gibt, die ohne ihn nicht gehört würde. Danke dem Landesverband für Kindergottesdienst mit Landespfarrer Frank Widmann für diesen wichtigen Impuls. Bitte geben Sie diesen Artikel und unsere Informationen auch an Ihre Zeitung und an die politisch Verantwortlichen vor Ort weiter mit dem Hinweis auf die noch bis 1. Juli laufende Unterschriftenaktion.
Mehr auf www.brennpunktkamerun.org.

„Trip to manton Bali for the distribution of food item for Christmas to IDPs of Bali living in Manton. We want to thank all our friends for their support. Special thanks go to our partners in Heidenheim/Germany.“
Fahrt nach Manton/Bali zur Verteilung von Nahrungshilfe zu Weihnachten für die Flüchtlinge, die in Manton/Bali leben. Wir danken all unseren Freunden für Ihre Unterstützung. Ein besonderer Dank geht an unsere Partner in Heidenheim/Deutschland.

„Training the fieldworkers for outreach and distribution at PC Ntanfuang Bali with Dr. Nyamdi, Rev. Anjoambom George and Mr. Ndonji Godlove, for effective distribution of relief items to IDPs in Bali“
Mitarbeiterschulung in der Gemeinde Ntanfuang um Hilfsgüter effektiv an Flüchtlinge zu verteilen.
Teilnehmer waren:
Dr. Nyamdie, Rev. Anjoambom George und Mr. Ndonji Godlove.

 

 

Kamerunpartnerschaft

Die Partnerschaft unseres Kirchenbezirks führt eine "Heidenheimer Missionstradition" fort. In den 1930er Jahren war Wilhelm Albrecht Häberle aus Dettingen im Kameruner Grasland in Bali tätig. Er war im Auftrag der Basler Mission unterwegs, wie auch Maria Schlenker, Heidenheim, die in den 1060er und 70er Jahren in Kamerun arbeitete und eine nach wie vor sehr aktive Frauenarbeit aufgebaut hat.

Die Erfahrung von Ernst Elsenhans, der in den 1970er Jahren als Lehrer am Cameroon Porestant College Bali unterrichtete, und das Engagement der Heidenheimer Johanneskirchengemeinde mündete 1991 in die Gründung der Partnerschaft mit dem Distrikt Mezam der Presbyterian Church in Cameroon.

Partnerschaft verstehen wir als Lerngemeinschaft: Wir sind gemeinsam unterwegs. Wir teilen unseren Glauben miteinander, erleben eine andere Kirche auf einem anderen Kontinent in einer anderen Lebenswelt. Dazu dienen vor allem unsere gegenseitigen Besuche. Hinzu kommt die Unterstützung ausgewählter Projekte.

(Vorwort aus "25 Jahre Partnerschaft, Kirchenbezirk Heidenheim - Church District Mankon/Bali, Kamerun")

Aktuelle Situation in Kamerun

Seit Herbst 2016 eskaliert eine Auseinandersetzung zwischen der kamerunischen Zentralregierung und der anglophonen Bevölkerung im Westen des Landes. Der Konflikt zwingt Menschen zur Flucht, ganze Regionen sind entvölkert. Nach offiziellen Angaben der Vereinten Nationen leben mehr als 250‘000 Flüchtlinge ohne Schutz und Obdach in den Wäldern und im Grasland der Südwest- und der Nordwestregion Kameruns; mindestens weitere 21‘000 Menschen sind ins benachbarte Nigeria geflohen.