Kamerun-News 11.2-2020

Dekan Anjambom

Liebe Interessierte an unserer Partnerschaft nach Bali/Kamerun,

nach knapp 3 Jahren im Dienst als Dekan von Bali wurde Dekan Anjoambom im Juli in eine kleine Gemeinde im District Kumbo versetzt und arbeitet dort wieder als einfacher Gemeindepfarrer. Er grüßt uns ganz herzlich und dankt für die gute Zusammenarbeit in der Partnerschaft und den gemeinsamen Weg, den wir beschritten haben. In seine Amtszeit ist ja z.B. auch die Konzentrierung unserer Partnerschaft nach Bali gefallen und wir haben einige Hilfsaktionen mit ihm durchführen können. Die Hilfsaktionen sind leider immer noch wichtig, weil nach wie vor Bürgerkrieg herrscht und die Situation nach wie vor sehr angespannt und gefährlich ist.

Rev. Anjoambom saß z. B. bei seinem Umzug nach Kumbo einige Tage mit seiner Familie auf der Strasse fest, weil in Kumbo geschossen wurde und es zu gefährlich war weiterzufahren.

Dekan Voma

Immer wieder gibt es „Vergeltungsmassnahmen“ der Armee, die Sippenhaft gleichen. Für einen ermordeten Polizeioffizier in Bamenda wurden z.B. ganze Geschäfts-Straßenzüge dem Erdboden gleich gemacht und so hunderte Menschen um ihre Existenz gebracht. Wenigstens gab es bei dieser Aktion keine weiteren Totesopfer.

Und daneben steigen die Corona - Infektionszahlen weiter an – auch weil zu wenig Schutzmöglichkeiten da sind.

Alle zwei bis drei Jahre werden in Kamerun ja alle Gemeindepfarrstellen und Dekansstellen neu besetzt. Für eine kontinuierliche Gemeindearbeit ist das eine große Erschwernis und manche Versetzung wird auch eher als Strafe empfunden … ist es vielleiht ja auch.

Mit dem Nachfolger von Dekan Anjoambom – Dekan Voma -  stehe ich inzwischen in intensivem Kontakt. Es ist sehr erfreulich, dass Dekan sehr viel an unserer Partnerschaft liegt. Er ist in Bali  geboren und war in der Theolog*innenausbildung der PCC tätig. Er ist Vater von 5 Kindern und hat auch schon viel Partnerschaftserfahrung. Ganz herzlich soll ich auch von ihm grüßen.

5000 Masken für Bali

Weil es in Kamerun an Schutzausrüstung gegen Corona an allen Ecken und Enden fehlt, haben wir schon ein gemeinsames Projekt gestartet: „5000 Masken für Bali“. Schneiderinnen aus der Gemeinde fertigen die Masken, die dann kostenlos bzw. gegen Spende verteilt werden. Damit wird auch den Schneiderinnen geholfen, der Arbeits- und Einkommenssituation durch den Bürgerkrieg und Corona sehr schwierig geworden ist.

Für 1 Euro können wir eine Maske zu fairen Bedingungen produzieren lassen. 1000 Masken konnten schon produziert werden. Es wäre schön wenn das Projekt weitergehen könnte und ich danke im Namen des Kamerunarbeitskreises und unserer Kameruner Partner für Ihre Unterstützung.  

Zunächst erfreulich war, dass nach 4 Jahren Schulschließungen nun endlich wieder im Oktober der Schulunterricht beginnen konnte. Leider kam es gleich in den ersten Wochen wieder zu scheußlichen „Zwischenfällen“. Am 24.10. wurde eine Schule in Kumba überfallen und 11 Menschen (Lehrer und Schüler) getötet, am 3.11. wurden 11 Personen aus dem Lehrkörper und Schulverwaltung der Primary School PCHS Kumbo / Bui Presbytery entführt.

Heute morgen 4.11. erreichte mich eine Nachricht von Moderator (so etwas wie ein Bischof) PCC Rt Rev Samuel F. Fonki:

Die Kulu Memorial College Mile 4 Limbe wurde heute Morgen (04.11.2020) von Bewaffneten angegriffen. Lehrer und Schüler mussten ihre Schuluniform ablegen und wurden geschlagen, der Campus in Brand gesetzt.

Statement einer Privatperson aus Kamerun:

Da sich das KULU MEMORIAL COLLEGE In der Nähe von Down Beach befindet und auf dem Weg zur Militärbasis Man O'war liegt und faktisch sieben Tage die Woche 24 Stunden am Tag unter Aufsicht des kamerunischen Militärs steht, benötigen wir keine weitere Bestätigung. Es liegt auf der Hand, dass dieser terroristische Akt nur mit Beteiligung des professionellen Militärs der kamerunischen Regierung erfolgen konnte. Nach vier Jahren ohne Schulbetrieb genehmigten die Sezessionisten („Ambas“) die Rückkehr zur Schule, insbesondere die kirchlichen und privaten Schulen sollten wieder öffnen. Sie schlugen vor, die staatlichen Schulen in die Trägerschaft der Kommunen zu geben. Die kamerunische Regierung hat sich jedoch hartnäckig geweigert, sich für das Wohl der Menschen einzusetzen. Daher sind Privat- und Missionsschulen voll, während viele staatlichen Schulen leer sind.

Wohin wird das führen? Diese Attentate bewirken, dass viele Schüler und Studenten in der Region Mungo den kirchlichen und privaten Schulen den Rücken kehren, weil sie jetzt als schlecht geschützt gelten. War dies das eigentliche Ziel dieser Akte von Willkür und Sabotage?“

Man sieht, von Entspannung leider keine Rede. Umso wichtiger die Schwestern und Brüder in Kamerun im Gebet zu begleiten.

Im Rahmen unserer Partnerschaft mit dem Distirkt Bali sind wir gerade am Überlegen, ob wir das medizinische Zentrum, das in Folge der Unruhen geschlossen werden musste, nicht doch wieder in Betrieb nehmen können. Es wäre ein Segen für die Region, die ansonsten im Umkreis von fast 30 Km keine medizinische Versorgung bekommen kann.  Mit ca. 5000€ könnte das Medizinische Zentrum seine Arbeit wieder aufnehmen und wäre für mindestens 6 Monate gesichert finanziert.

Ausserdem planen wir ein größeres Projekt für die vom Bürgerkrieg traumatisierten Flüchtlinge, die z.T. im Urwald versteckt hausen.

Wenn Sie diese Arbeit unterstützen wollen sagen wir herzlich Danke oder Ndjika ( das ist Mungaka, der afrikan. Dialekt in Bali).

Evangelischer Kirchenbezirk Heidenheim IBAN DE77 6329 0110 0110 3650 20 Stichwort: Kamerun

Pfarrer Rolf Bareis

Kamerun-News 11-2020

Heutige Nachricht von Moderator PCC Rt Rev Samuel F. Fonki:

Die Kulu Memorial College Mile 4 Limbe wurde heute Morgen (04.11.2020) von Bewaffneten angegriffen. Lehrer und Schüler mussten ihre Schuluniform ablegen und wurden geschlagen, der Campus in Brand gesetzt.

Statement einer Privatperson aus Kamerun:

„Da sich das KULU MEMORIAL COLLEGE In der Nähe von Down Beach befindet und auf dem Weg zur Militärbasis Man O'war liegt und faktisch sieben Tage die Woche 24 Stunden am Tag unter Aufsicht des kamerunischen Militärs steht, benötigen wir keine weitere Bestätigung. Es liegt auf der Hand, dass dieser terroristische Akt nur mit Beteiligung des professionellen Militärs der kamerunischen Regierung erfolgen konnte. Nach vier Jahren ohne Schulbetrieb genehmigten die Sezessionisten („Ambas“) die Rückkehr zur Schule, insbesondere die kirchlichen und privaten Schulen sollten wieder öffnen. Sie schlugen vor, die staatlichen Schulen in die Trägerschaft der Kommunen zu geben. Die kamerunische Regierung hat sich jedoch hartnäckig geweigert, sich für das Wohl der Menschen einzusetzen. Daher sind Privat- und Missionsschulen voll, während viele staatlichen Schulen leer sind.

Wohin wird das führen? Diese Attentate bewirken, dass viele Schüler und Studenten in der Region Mungo den kirchlichen und privaten Schulen den Rücken kehren, weil sie jetzt als schlecht geschützt gelten. War dies das eigentliche Ziel dieser Akte von Willkür und Sabotage?“

Gestern Entführung von 11 Personen aus dem Lehrkörper und Schulverwaltung der Primary PCHS Kumbo /Bui Presbytery.
https://brennpunktkamerun.org/?p=2374

24.10.2020 ein Attentat mit acht Todesopfern in einer Privatschule in Kumba (SW). https://brennpunktkamerun.org/?p=2361

Wir sind tief betroffen und beten mit und für unsere Schwestern und Brüdern in Kamerun: Herr, erbarme Dich!

Was bedeutet für uns und die Geschwister jetzt der Predigttext für kommenden Sonntag: "Ihr seid Kinder des Lichts." (1. Thess 5)? 

Wir bitten wo möglich am Sonntag im Gottesdienst in der Fürbitte der Partner in Kamerun zu gedenken.

Dazu beigefügte Pressemeldung des Berliner Kreises um BfdW und Misereor.

Mit besorgten Grüßen
Johannes Stahl

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Referent für Gemeinde- und Partnerschaftsarbeit / Secretary for Congregational and Partnership Relations BMDZ

BMDZ - Basler Mission Deutschland / Basel Mission German Branch

Kamerun – Nigeria – Südsudan

Tel +49 711 636 78 -25

stahldontospamme@gowaway.ems-online.org 

www.bmdz-online.org

Kamerun-News 07-2020

Die Nothilfe über Mission 21 - abgestimmt auf die besonderen Herausforderungen durch Corona - läuft auf vollen Touren und braucht weiter Unterstützung. Die Programmverantwortliche in Basel, Angelika Weber und ihr Team um Lumumba Mukong in Kamerun leisten gute Arbeit. Unterstützung ist ebenso notwendig für die fortdauernden Bemühungen um Frieden und Gerechtigkeit. Mehr dazu auf BrennpunktKamerun.org, dort finden Sie eine Sammlung aktueller Artikel internationaler Agenturen in englischer Sprache. 

Wie schätzen Menschen die Lage ein, die mitten im Brennpunkt leben und arbeiten? Hier Beobachtungen von Augenzeugen, deren Namen aus Sicherheitsgründen geheim bleiben, nicht aber ihre Glaubwürdigkeit.

·       Es gibt seit Wochen unendlich viele Ernennungen durch den Präsidenten von Posten auf allen Ebenen, alles was man sich denken kann, in Staatsunternehmen, Gerichten, politischen Strukturen, etc. Dies wird zum Teil interpretiert, dass die „richtigen“ Leute hingesetzt werden, wenn es zu einer Änderung an der Spitze kommen sollte.

·       Zu diesen Gerüchten, dass selbst der zukünftige Präsident intern (aus-)gewählt wird, gab es ein Interview auf RFI, in dem sich Professor Jacque Fame Ndongo, Communication Secretary der RDPC, gegen diese Gerüchte wehrt.

·       In Yaounde ist es in den letzten zwei Wochen zu 3 Bombenexplosionen gekommen, von selbst gebastelten Bomben, ohne Tote, aber ein paar Verletzte – das bringt Panik beim Regime und entsprechende Repressionen, die vor allem gegen die anglophone Bevölkerung gerichtet sind.

·       Ein grosses Thema seit Wochen ist der von vielen nationalen und internationalen Kräften geforderte Waffenstillstand in der anglophonen Zone, wozu sich die Regierung bis jetzt stur und taub gestellt hat. Nun kam es wohl zu einem ersten Treffen der inhaftierten Führer Ambazonia’s und der Regierung. Das zeigt, dass der Druck auf de Regierung sehr gross ist. Schon am übernächsten Tag wurde das Treffen von der Regierung dementiert, aber es gibt deutliche Hinweise, dass es tatsächlich stattgefunden hat.

·       In diesem Zusammenhang fällt die Mission der Kommission des Presidential Plan for the Reconstruction and Development (PPRD). 

·       Zu diesen beiden Punkten, Waffenstillstand und Wiederaufbau finden sich im pdf-Dokument auf dem Brennpunkt eine Reihe von Artikeln in englischer Sprache, die den Ansatz und Meinung der Regierung zeigt und die Kritik an dieser ganzen Geschichte. Zuletzt sagte der Leiter dieser Kommission, dass kein einziger Anglophoner – Zivil oder Amba – im Busch leben würde, alle wären zu Hause… nur eine der vielen Provokationen von beiden Seiten.

·       Der Besuch dieser Wiederaufbau-Kommission im NW und SW wurde von den Unabhängigkeitsgruppen mit ausgedehnten Lockdowns (Ausgangssperren) belegt.

·       Auch versuchte die Regierung, in der anglophonen Zone diverse Staatsposten einzusetzen, (DO, SDO, etc.), was aber immer von den Unabhängigkeitsgruppen attackiert wurde, so dass die neu eingesetzten Verantwortlichen aus der Region fliehen (mussten).

·       Auf der anderen Seite gibt es lokale Bemühungen, die Situation zu beruhigen und die Forderung, dass die Unabhängigkeitsgruppen ihre Aktionen so wählen, dass sie weniger die lokale Bevölkerung trifft, wie dies die Lockdowns tun. Dies war u.a. eine Initiative der Frauen, welche aber ganz scharf von den Unabhängigkeitsgruppen angegriffen wurden, was wieder Empörung in der Zivilgesellschaft ausgelöst hat.

·       Einer der grossen traditionellen Chiefs in Kumba hat einen ökumenischen Gottesdienst veranstaltet in Vorbereitung auf das Kommen der Kommission.

·       Ein taktischer Schritt, um die Diaspora zu befrieden, ist der wohl spruchreife Gesetzesentwurf zur Anerkennung der doppelten Staatsbürgerschaft.

·       Es heißt, dass es zu Zahlungen von Staatssubventionen für die Lehrerinnen und Lehrer kommen soll – auch, um die sozialen Spannungen etwas zu reduzieren. 

·       Die Übergriffe in der anglophonen Zone durch Armee und damit die bewaffneten Zusammenstösse mit den Unabhängigkeitsgruppen gehen täglich weiter, die Repression gegen Journalisten erhöht sich.

·       Der Fall Wazizi wird nicht aufgeklärt – vor 10 Monaten in Militärhaft verstorben, wurde sein Tod erst vor wenigen Wochen nach anhaltendem Druck bekannt gegeben, der Leichnam ist bis jetzt nicht herausgegeben worden, die Todesumstände nicht geklärt…

·       Verschiedene jüngere Oppositionsgruppen/ -parteien versuchen ihrerseits, die Bevölkerung aufzurütteln, aber bisher mit kaum spürbarem Erfolg. Die alten „Oppositions“-Parteien, vor allem SDF, sind inzwischen so angepasst, dass sie nichts mehr bewirken. Die Kirchen sind im großen und ganzen relativ unpolitisch …wenn man dies mit anderen Ländern vergleicht wie im Kongo, wo beispielsweise die Katholische Kirche sich klar positioniert.

In all diesen Spannungen, auch durch persönliche (Mord)Drohungen an Mitglieder der Kirchenleitung, beweisen viele unserer Schwestern und Brüder in Kamerun Zuversicht und Resilenz. Das ist bewundernswert. Davon zeugt u.a. das "Daily Devotional", das mir treu jeden Tag zugeschickt wird (siehe Anhang). Wer dies ebenfalls beziehen möchte, darf sich gerne bei uns melden. Lasst uns nicht aufhören, für unsere Geschwister einzustehen in der Fürbitte und Unterstützung.

 

Meine Kollegin Dr Olubunmi Olayisade, Partnerschaftskoordinatorin für Afrika von der Methodist Church in Britain, hatte im März diesen Jahres Gelegenheit zu einem Besuch in Kamerun, ihren Bericht finden Sie im Anhang. Sie hat dieses Gebet geschickt, das ich gerne weitergebe:

 

Lieber Gott,

die Not unserer Brüder und Schwestern in Kamerun liegt uns schwer auf dem Herzen. Wir beten, dass Du Gott die Herzen der Aggressoren in Kamerun berührst, dass sie Frieden suchen statt Gewalt. Dass sie ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Liebe und Respekt zu behandeln, anstatt ihnen Schmerzen zuzufügen. Wir beten gegen alle Formen von Bestrafungen wie „unter Druck setzen“ und „Zerschlagen“, die Infrastruktur entmenschlichen und zerstören. Möge der Prinz des Friedens sein Volk besuchen und diejenigen mit Frieden trösten, die trauern. Möge er ihren Führern Weisheit und den Herzlosen Toleranz gewähren. Möge er die Herzen aus Stein durch Herzen aus Fleisch ersetzen. Möge Jesus das Schreien der Bedrückten hören und ihnen Gerechtigkeit gewähren.

Wir werden weiter laut sein und unsere Stimmen erheben, bis das Gute das Böse außer Kraft setzt, bis die Liebe den Hass überwindet und der Frieden die Gewalt ersetzt. So beten wir im Namen Jesu.

Amen.

Shaping our future together - in der Zuversicht dieser jungen Frau im Foto aus Kamerun grüße ich Sie/Dich von Herzen,

Johanens Stahl

Kamerun-News 03-2020

Die Not ist groß im anglophonen Teil Kameruns. Die TAZ spricht in Ihrer Ausgabe vom 18.2. von einem „geleugneten Massaker“ im Nordwesten Kameruns. Seit Ende Januar läuft eine „Säuberungsaktion“ des Militärs in Bali, die vor allem die Zivilbevölkerung trifft. Am stärksten betroffen diesmal das Gemeindegebiet „Sang“ von Elder Taffrey, des Vorsitzenden der Bezirkssynode von Bali. Viele Häuser wurden geplündert und angezündet, oder dem Erdboden gleich gemacht. Allein 25 Familien aus der Gemeinde sind nun obdachlos. Sie konnten nur ihr nacktes Leben retten. Kleidung, Lebensmittelvorräte…. alles ein Raub der Flammen. In ganz Bali waren es an einem Wochenende über 100 Wohnstätten, die niedergerissen wurden. Viele Opfer sind zu beklagen. Auch der Pfarrer von Sang, Rev. Ndoh ist unter den Opfern. Beim Verlassen der Kirche wurde er vom Militär schwer mißhandelt und ist seitdem in intensiver medizinischer Versorgung. Und diese Woche wurde die erste Kirche im Berzirk Bali, Mbufong,  ein Raub der Flammen.

Die Zahl der Binnenflüchtlinge steigt, ebenso die Not der überlebenden. Immer mehr Menschen flüchten in den Busch. Von ehemals 25000 Einwohnern sind nur noch 2500 im Ort, der immer mehr einer Geisterstadt gleicht. Hinzu kommen die vielen Flüchtlinge aus anderen Orten. Die Hilfsbereitschaft der restlichen Bewohner ist groß. Kein Haus, das nicht voll ist mit Flüchtlingen.

Und eine wirkliche Besserung der Lage ist nicht in Sicht. Menschen hungern in dem so fruchtbaren Kamerun und sind auf Hilfe von aussen angewiesen.

Auch unser Kirchenbezirk konnte schon Soforthilfe leisten, die ankommt. Diese Hilfe ist doppelt wichtig für die Menschen in Bali. Zum einen natürlich ganz materiell sichert sie die Versorgung für einige Zeit, aber fast noch wichtiger ist die Unterstützung aus unserem Bezirk für die Menschen ein starkes Zeichen der Hoffnung und Solidarität. Das Gefühl von der Weltöffentlichkeit in ihrer Not vergessen zu sein ist stark. Umso dankbarer sind die Menschen, dass wir an sie denken, für sie beten und wo möglich auch materiell helfen.

Vielen Dank für alle Unterstützung und Hilfsbereitschaft auch aus unserem Kirchenbezirk. Nur Dank Ihrer Hilfsbereitschaft konnten wir Zeichen der Hoffnung weitergeben.

Pfarrer Rolf Bareis

Kamerun-News 02-2020

Die Parlaments- und Kommunalwahlen in Kamerun sind Vergangenheit, die Auszählung und Verkündigung der Wahlergebnisse dauert offenbar wie immer 14 Tage, bis das „offizielle“ Ergebnis feststeht. Für unsere Partner bedeuteten die Tage im Vorfeld teilweise massiv erschwerte Bedingungen mit Ghost town/Generalstreik, präventiver Festnahme von hunderten von jungen Männern sowie Überfälle, Feuerteufel und Massaker von Amba-Gruppen und Militärs. Die internationalen Nachrichten berichten einschlägig, die deutschen Medien kaum. Hier eine kleine Auswahl von aktuellen Beiträgen:

https://www.amnesty.org/en/latest/news/2020/02/cameroon-rise-in-killings-in-anglophone-regions/

https://www.arte.tv/de/videos/095423-000-A/kamerun-wahlkampf-der-opposition-in-douala/

https://www.journalducameroun.com/en/cameroon-women-stage-protest-call-end-anglophone-crisis/

https://www.youtube.com/watch?v=wWoR6yE9ldM&feature=youtu.be

www.brennpunktkamerun.org

Um so erfreulicher, dass einige wenige Mitglieder des Bundestags sich nachhaltig für Gerechtigkeit und Frieden in Kamerun einsetzen wie kürzlich beim Bürgerabend der Kirchenbezirkspartnerschaft Breisgau Hochschwarzwald. Danke den dortigen Verantwortlichen für die gelungene Organisation dieser schönen Veranstaltung!  Hier der Bericht vom Bürgerbüro Dr. Christoph Hoffmann MdB,  Schwarzwaldstr. 1, 79189 Bad Krozingen:

Am Infoabend im Gemeindezentrum Wolfenweiler unter dem Titel "Fernes- Nahes - Kamerun - Kirchliche und politische Perspektiven im Spannungsfeld eines Bürgerkriegs" kamen ca. 50 Teilnehmer zusammen, um mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Christoph Hoffmann, mit Pfarrer Johannes Stahl von der Basler Mission, Eberhardt Deusch, landeskirchlicher Beauftragter für Mission und Ökumene, Pfarrerin Marika Trautmann (Bezirksbeauftragte für Ökumene und Mitgliedern des Partnerschaftskomitees des Kirchenbezirks Breisgau-Hochschwarzwald) die aktuelle Lage in Kamerun zu erörtern. Moderiert von Pfarrer Reimann entstand aus den Kurzvorträgen und der Podiumsdiskussion ein engagierter Austausch über den Konflikt in den anglophonen Teilen Kameruns und die Handlungsoptionen der Kirchenpartnerschaften zu dessen Befriedung.

Pfarrer Deusch beschrieb eindrücklich die Auswirkungen der Konflikte der nunmehr 20-jährigen Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden in Kamerun: "Begegnungspartnerschaften sind zu Krisenpartnerschaften geworden. Die aktuellen Konflikte gefährden die Erfolge der Entwicklung in Bildung und Gesundheit und damit die Zukunft der jungen Generation in Kamerun."

Bewegende Analyse von Pfarrer Stahl: "Für uns Christen beginnt die Begegnung mit unserer Brüdern und Schwestern mit der geistlichen Partnerschaft. Auf ihr bauen alle Bemühungen um Frieden und Gerechtigkeit auf. Wie kann die geistliche Partnerschaft unter diesen Bedingungen weiter gepflegt werden?"

Der Kirchenbezirk hat die Antwort  in einer Strategie gefunden, die auf den Aufbau von Netzwerken (Kirchenverbände - All African Council of Churches, Cameroon Table of Religion Leaders, Cameroon Council of Churches, Women für Justice & Peace Cameroon u.a.), Prävention und Empowerment (z.B. Vorort-Training von Brot-für-die-Welt in gewaltfreier Kommunikation), die Förderung zivilgesellschaftlicher Initiativen wie der Shalom-Peace-Initiative sowie auf die Information der Öffentlichkeit über die begangenen Menschenrechtsverletzungen setzt. Eine wertvolle Informationsquelle für alle interessierten und hilfswilligen Bürger ist die von Pfarrer Stahl betriebene Webseite brennpunktkamerun.org

Am 15. März findet die Induction (Einführung) des bisherigen Partnerschaftssekretärs und Dekans von Bonamoussadi(Douala) als neuer Synod Clerk der PCC, Rev Miki Hans Abia in Kamerun statt. Nach derzeitigem Stand wird die Partnerschaftsverantwortliche Göppingen_Menchum, Frau Annemone Hilsenbeck, mich in Kamerun bei diesem Fest vertreten. Wir wünschen ihr und ihrer kleinen Delegation eine bewahrte Reise und gute Begegnungen in Kamerun! 

Mit Ihrer Hilfe gehen Flüchtlingskinder zur Schule

Im englischsprachigen Westen von Kamerun sind mehr als eine halbe Million Menschen auf der Flucht. Die Kinder können seit drei Jahren keine Schule mehr besuchen.
In Bafoussam/West-Kamerun ist ein Projekt entstanden, das Flüchtlings- kindern den Schulbesuch ermöglicht. Dank psycho-sozialer Begleitung erhalten sie die Chance, das Schuljahr erfolgreich abzuschließen. Die Kinder leben in unvollständigen Familien und beengten Wohnverhältnissen, sind selbst traumatisiert oder leben mit traumatisierten Menschen zusammen. Die Kombination aus schulischem Angebot und psychosozialer Unterstützung eröffnet Zukunftschancen und leistet einen Beitrag zu Frieden und Stabilität in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land.
Viele PCC-Partner aus dem anglophonen Provinzen Northwest und Southwest sind betroffen. Pro Schuljahr und Kind rechnen wir mit Kosten von 25 Euro pro Monat. Ein Verein vor Ort trägt alle Ausgaben für Raummieten und Nebenkosten.

Mehr Infos im Flyer

Kamerun News: Determined to survive - neue Leitung PCC - AfrikaTag 2020 - Wanderausstellung für Kirchenbezirkspartnerschaften: Mission damals und heute - 11-2019

Seit Montag 18.11.2019 hat die Presbyterian Church in Cameroon eine neue Leitung. Mit 119 von 124 Stimmen wurde der amtierende Moderator Rt. Rev. Samuel F. Fonki für eine zweite Amtszeit gewählt. Als sein engster Mitarbeiter in der Kirchenleitung, der Synod Clerk, wurde der amtierende Partnership Secretary und Dekan von Bonamoussadi, Rev. Miki Hans Abia mit 120 von 124 Stimmen gewählt. Wir gratulieren dem neuen Leitungsteam und wünschen ihnen Gottes Geist der Hoffnung, des Friedens und der Zuversicht in diesen Zeiten der Krise!

„Determined to survive“ – das steht nicht nur für die unerschütterliche Hoffnung vieler unserer Partner im Krisengebiet des anglophonen Kamerun, sondern ist auch der Titel eines bemerkenswerten Filmprojekts „Draufsicht Bamenda – Draufsicht Berlin“. Jeweils interkulturelle Filmteams aus jungen Leuten nehmen Fragen, Hoffnungen und Ängste der Mitmenschen auf und machen daraus eine eindrückliche Botschaft. Alle Filme auf youtube. Mehr dazu auf www.brennpunktkamerun.org

Der Flyer für den Afrika-Tag 2020 ist raus: ab sofort können Sie sich anmelden, bitte laden Sie Interessierte und Freunde ein! Herzlich willkommen am

22. Februar 2020 zum Austausch, Input, Informationen und Perspektiven in Stuttgart!

Wie leben wir heute Gottes Mission? Das ist für die Partner im globalen Süden und für uns in Europa eine Frage, die nach Antworten sucht. Wir bieten dafür eine Wanderausstellung mit 12 Roll-ups, die für einige Wochen in Ihrer zentralen Kirche aufgestellt werden kann. Sie stellen die Präsentation Ihrer Partnerschaftsarbeit daneben und machen verschiedene Aktionen über mehrere Wochen verteilt, die immer wieder Interessierte in die Kirche und die Ausstellung locken. Dieses Angebot stellen wir kostenfrei zur Verfügung, Sie sorgen lediglich für den Transport. Kommen Sie für Terminbuchung gerne auf Frau Köllner zu: Koellnerdontospamme@gowaway.ems-online.org

Text: Johannes Stahl, Referent für Gemeinde- und Partnerschaftsarbeit / Secretary for Congregational and Partnership Relations BMDZ

Afrika Tag 2020 Flyer

Wanderausstellung und PP

 

 

Partnership Secretary und Dekan von Bonamoussadi, Rev. Miki Hans Abia & Moderator Rt. Rev. Samuel F. Fonki

Determined to survive

Fast 7.000 Unterschriften für Friedensappell in Kamerun - 23.07.2019

Stuttgart (epd). Einen Aufruf für Frieden und Gerechtigkeit in Kamerun haben bundesweit fast 7.000 Menschen unterschrieben. Bei der Präsentation der Unterschriften am Dienstag in Stuttgart forderte der entwicklungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Christoph Hoffmann, die Bundeskanzlerin dazu auf, Kamerun zu besuchen. Nach Aussagen von Politikern vor Ort könnte das den Dialog der zerstrittenen Parteien in Gang bringen.

In der Unterschriftenaktion wird an die Bundesregierung appelliert, sich für Rechtsstaatlichkeit in Kamerun einzusetzen, und an die Kirchen, dass sie Vertreter von Kirchen und Nichtregierungsorganisationen des Landes einladen und sich solidarisch mit den Opfern des Konflikts erklärten. Der Aufruf wurde vom deutschen Zweig der Basler Mission gemeinsam mit politischen, kirchlichen, entwicklungsbezogenen und zivilgesellschaftlichen Organisationen gestartet. In Kamerun herrscht seit Oktober 2016 eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen dem ehemals britischen Teil des Landes und der französischsprachigen Regierung.

Der FDP-Politiker Hoffmann erinnerte daran, dass Kamerun gleich unter drei Konflikten leide. Neben der Auseinandersetzung zwischen Anglophonen und Frankophonen seien das der Terror von Boko Haram im Norden des Landes sowie Flüchtlingsströme aus der benachbarten Zentralafrikanischen Republik, die ebenfalls unter Krisen leide. Der Stuttgarter CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann sagte zu, sich für eine Übergabe der Unterschriften an ein Mitglied der Bundesregierung einzusetzen.

Klaus Rieth, der beim Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Württemberg für Mission und Ökumene zuständig ist, sagte, Kamerun sei das "meistbesuchte Land in Afrika" von württembergischen Kirchenvertretern. Fünf Kirchenbezirke und mindestens zwanzig Kirchengemeinden unterhielten direkte Partnerschaften mit Kirchen des Landes. Die Landeskirche setze sich inzwischen mit einem zweistelligen Millionenbetrag für Friedens- und Demokratieprojekte in instabilen Ländern ein. "Seenotrettung beginnt schon vor Ort", sagte Rieth.

Der Kameruner Joy Alemazung, der für das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit entwicklungsbezogene Bildung in Baden-Württemberg leistet, sieht aufgrund seit Jahren geschlossener Schulen die Zukunft seiner Heimat bedroht. "Wenn Kinder keine Bildung bekommen, ist das Land verdammt", sagte er.

Hintergrund des Konflikts im Westen Kameruns sind Vorwürfe der englischsprachigen Minderheit, nach denen die Regierung einseitig die französischsprachige Mehrheit im Land bevorzugt. Inzwischen sind nach Angaben der Basler Mission eine halbe Million Menschen auf der Flucht, 2.000 wurden getötet. Rund 600.000 Jungen und Mädchen können wegen anhaltender Gefechte keine Schule besuchen. (2037/23.07.2019)

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2. Foto von rechts (BMDZ) von links nach rechts:
Pfr. Dieter Bullard Werner BMDZ,  Steffi Feiler  Partnerschaft Öhringen, Eric Shu Fon Vorsitzender PCC Stuttgart, MdB Dr. Christoph Hoffmann FDP, Dr. Joy Alemazung Global Governance Institut Brüssel-Stuttgart, MdB Dr Stefan Kaufmann CDU,  Eckehart Lauk Vorstandsvorsitzender BMDZ, Pfr. Johannes Stahl BMDZ, Annemone Hilsenbeck Partnerschaft Göppingen


Für Frieden durch Gerechtigkeit in Kamerun konnte das Netzwerk Basler Mission Deutschland & Kooperationen 6.868 Unterschriften präsentieren. Zur selben Stunde starben in Bafut NW Kamerun Unschuldige durch die anhaltende Gewalt von Militär und Sezessionisten und es demonstrierten, soweit das eben in einem Gefängnis in Kamerun möglich, ist die politischen Gefangenen aus dem englisch-sprachige Kamerun für ihre Freilassung.  Sie möchten Freiheit, um das Schuljahr 2019/2020 vorzubereiten. Die Unterschriftenaktion ist Geschichte, der Einsatz für Frieden durch Gerechtigkeit geht weiter. Der vergessene Konflikt in Kamerun ist auf dem besten Weg, sich zur Katastrophe auszuwachsen. Wir erwarten von der Bundesregierung konkrete Schritte zur Deeskalation und Bearbeitung von Fluchtursachen in Kamerun.

Kamerun-News 6-2019

"Kirchenbezirkspartnerschaften fordern mehr Einsatz gegen Gewalt in Kamerun" - so titelt die aktuelle Ausgabe von "WELT-SICHTEN" 6/2019. Dabei tun die Menschen an der Basis alles, was sie können. Sie schreiben eine Petition an Politiker nach der anderen, Sie unterschreiben und unterstützen den "Aufruf für Frieden durch Gerechtigkeit", Sie veranstalten Partnerschaftssonntage und Männervesper, Polit-Diskussionen und Friedensgebete. Danke dafür!

Jetzt sind die Leitenden in Kirche und Politik gefragt. Zu Pfingsten, wo wir feiern, dass der Geist Gottes ein Verstehen schenkt, das alle (Sprach)Grenzen überwindet, ist die Hoffnung besonders hoch, dass Verantwortliche aus Politik und Kirche ihre Stimme für die Rechtlosen und Geächteten im Anglophonen Kamerun erheben. Das wäre ein starkes Zeichen für Solidarität. Dafür braucht es angesichts der bedrängenden Situation unserer Glaubensgeschwister und der unzähligen gesicherten Informationen über die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in Kamerun nur ein bisschen Mut. 

Wir beten - aber nicht nur. Das war von jeher das Motto der Basler Mission, ihre Gründungslosung ein Wort des Propheten (Sacharja 4,6): "Nicht durch Heer oder Kraft. Sondern durch meinen Geist wird es geschehen, spricht der Herr der Heerscharen." Diese Zusage steht und will den Verantwortlichen Kraft und Mut geben. In Kamerun, aber auch hier im sicheren Europa.

„Die Zahl der Menschenrechtsverstöße nimmt zu. Und mit jedem Tag wächst die Kluft zwischen dem, was die Zivilisten an humanitärer Hilfe brauchen und dem, was sie tatsächlich zur Verfügung haben“ 
Uno-Vizegeneralsekretär und Nothilfekoordinator Mark Lowcock

"Die internationale Gemeinschaft ist am Steuer eingeschlafen, wenn es um die Bewältigung von Notsituationen wie beispielsweise jener in Kamerun geht. Der Konflikt in dem zentralafrikanischen Land steht auf Platz eins der Liste der vernachlässigten Krisen."
Jan Egeland, Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrates NRC

Dem ist nichts hinzuzufügen. Im Namen unserer Partner bitte ich Sie, der Millionen Menschen im Anglophonen Kamerun und der über eine halbe Million Geflüchteten in Kamerun in allen Gottesdiensten zu Pfingsten fürbitten zu gedenken.

Lumumba Togho Mukong und seine Frau Esther haben in ihren sehr persönlichen Berichten in den letzten Tagen keinen Zweifel daran gelassen, wie es sich anfühlt, als Anglophone in Kamerun zu leben, nein: zu leiden. Und dass es einer starken internationalen Stimme wie der Deutschlands bedarf, um die politisch Verantwortlichen an den Tisch des Dialogs zu bitten.

Liste der vergessenen Konflikte

Spiegel Online 2019

Weltsichten 06-2019

Artikel zur Kamerun-Partnerschaft im Evangelischen Gemeindeblatt

Kamerun News 5-2019

Hätten Sie gewusst, dass die Bundesrepublik Deutschland bewaffnete Bundeswehrangehörige nach Kamerun entsandt hat? www.wirtschaft.com und andere Medien berichten über diesen Skandal, wo offenbar unter Umgehung eines parlamentarischen Mandats Fakten geschaffen werden – im Namen des Volkes. Grund genug, unsere Verantwortlichen in Berlin und vor Ort zu befragen und uns noch mehr als bisher uns einzusetzen für Frieden durch Gerechtigkeit in Kamerun und in Deutschland! Hier ein aktueller Nachrichtenüberblick mit Einblicken in die Wirklichkeit in Deutschland und in Kamerun.

Unter die Haut gehen auch die Berichte von unserem Freund Godlove in Kamerun, der in Interviews mit Kindern im Krisengebiet denen eine Stimme gibt, die ohne ihn nicht gehört würde. Danke dem Landesverband für Kindergottesdienst mit Landespfarrer Frank Widmann für diesen wichtigen Impuls. Bitte geben Sie diesen Artikel und unsere Informationen auch an Ihre Zeitung und an die politisch Verantwortlichen vor Ort weiter mit dem Hinweis auf die noch bis 1. Juli laufende Unterschriftenaktion.
Mehr auf www.brennpunktkamerun.org.

„Trip to manton Bali for the distribution of food item for Christmas to IDPs of Bali living in Manton. We want to thank all our friends for their support. Special thanks go to our partners in Heidenheim/Germany.“
Fahrt nach Manton/Bali zur Verteilung von Nahrungshilfe zu Weihnachten für die Flüchtlinge, die in Manton/Bali leben. Wir danken all unseren Freunden für Ihre Unterstützung. Ein besonderer Dank geht an unsere Partner in Heidenheim/Deutschland.

„Training the fieldworkers for outreach and distribution at PC Ntanfuang Bali with Dr. Nyamdi, Rev. Anjoambom George and Mr. Ndonji Godlove, for effective distribution of relief items to IDPs in Bali“
Mitarbeiterschulung in der Gemeinde Ntanfuang um Hilfsgüter effektiv an Flüchtlinge zu verteilen.
Teilnehmer waren:
Dr. Nyamdie, Rev. Anjoambom George und Mr. Ndonji Godlove.

 

 

Kamerunpartnerschaft

Die Partnerschaft unseres Kirchenbezirks führt eine "Heidenheimer Missionstradition" fort. In den 1930er Jahren war Wilhelm Albrecht Häberle aus Dettingen im Kameruner Grasland in Bali tätig. Er war im Auftrag der Basler Mission unterwegs, wie auch Maria Schlenker, Heidenheim, die in den 1060er und 70er Jahren in Kamerun arbeitete und eine nach wie vor sehr aktive Frauenarbeit aufgebaut hat.

Die Erfahrung von Ernst Elsenhans, der in den 1970er Jahren als Lehrer am Cameroon Porestant College Bali unterrichtete, und das Engagement der Heidenheimer Johanneskirchengemeinde mündete 1991 in die Gründung der Partnerschaft mit dem Distrikt Mezam der Presbyterian Church in Cameroon.

Partnerschaft verstehen wir als Lerngemeinschaft: Wir sind gemeinsam unterwegs. Wir teilen unseren Glauben miteinander, erleben eine andere Kirche auf einem anderen Kontinent in einer anderen Lebenswelt. Dazu dienen vor allem unsere gegenseitigen Besuche. Hinzu kommt die Unterstützung ausgewählter Projekte.

(Vorwort aus "25 Jahre Partnerschaft, Kirchenbezirk Heidenheim - Church District Mankon/Bali, Kamerun")

Aktuelle Situation in Kamerun

Seit Herbst 2016 eskaliert eine Auseinandersetzung zwischen der kamerunischen Zentralregierung und der anglophonen Bevölkerung im Westen des Landes. Der Konflikt zwingt Menschen zur Flucht, ganze Regionen sind entvölkert. Nach offiziellen Angaben der Vereinten Nationen leben mehr als 250‘000 Flüchtlinge ohne Schutz und Obdach in den Wäldern und im Grasland der Südwest- und der Nordwestregion Kameruns; mindestens weitere 21‘000 Menschen sind ins benachbarte Nigeria geflohen.