30 Jahre Partnerschaft mit Bali / Kamerun

Seit 30 Jahren besteht nun schon die Partnerschaft zwischen unserem Kirchenbezirk Heidenheim und dem Distrikt Bali in Kamerun. Die gute Basis unserer Partnerschaft geht auf eine "Heidenheimer Missionstradition" zurück, die schon bald 100 Jahre alt ist. In den 1930-er Jahren war Wilhelm Albrecht Häberle aus Dettingen im Kameruner Grasland in Bali tätig. Er war im Auftrag der Basler Mission unterwegs, wie auch Maria Schlenker, Heidenheim, die in den 1960-er und 70-er Jahren in Kamerun arbeitete und eine nach wie vor sehr aktive Frauenarbeit aufgebaut hat.

Die Erfahrung von Ernst Elsenhans, der in den 1970-er Jahren als Lehrer am Cameroon Protestant College in Bali unterrichtete, und das Engagement der Heidenheimer Johanneskirchengemeinde mündete 1991 in die Gründung der Partnerschaft mit dem Distrikt Mezam der Presbyterian Church in Cameroon. Nachdem der Distrikt Mezam sich in drei Kirchendistrikte aufgespalten hat, den Distrikt Santa, Distrikt Bamenda und Distrikt Bali hatten wir zeitweise 3 Kirchenbezirkspartnerschaften mit Kamerun. Weil uns eine Direktpartnerschaft mit 3 Distrikten nicht nur  organisatorisch überforderte, haben wir in gegenseitigem Einvernehmen beschlossen, die Partnerschaft auf den Distrikt zu beschränken, mit dem uns am meisten verbindet und mit dem wir am längsten in intensivem Kontakt sind – mit Bali. 2016 wurde die Partnerschaft mit den Distrikt Bali fokussiert und die offiziellen Partnerbeziehungen mit Santa und Bamenda beendet.

Zahlreiche Reisen, sowohl nach Kamerun als auch aus Kamerun, prägen die Partnerschaft bis heute. Der gegenseitige Austausch ist uns sehr wichtig, verstehen wir doch unsere Partnerschaft als Lerngemeinschaft: Wir sind gemeinsam unterwegs. Wir teilen unseren Glauben miteinander, erleben eine andere Kirche auf einem anderen Kontinent in einer anderen Lebenswelt. Dazu dienen vor allem unsere gegenseitigen Besuche. Hinzu kommt die Unterstützung ausgewählter Projekte.

Leider ist der persönliche Austausch im Moment durch den Bürgerkrieg im englischsprachigen Teile Kameruns nur auf digitalem Wege möglich, dafür ist er aber umso intensiver.

Seit 2016 eskalierte der Konflikt zwischen anglophonen und frankophonen im englischsprachigen Teil Kameruns (dem Nordwesten) zum Bürgerkrieg in einer unglaublich brutalen und Menschen verachtenden Form. Schulen sind nach wie vor geschlossen, die Infrastruktur kaputt – auch viele Krankenhäuser sind zerstört. Oft werden ganze Wohnviertel als „Vergeltungsmaßnahme“ des Militärs dem Erdboden gleichgemacht. Mehr als 500 000 Menschen sind im eigenen Land auf der Flucht. Viele verstecken sich im Urwald ohne Perspektive für ihr Leben… Letzte Woche entkam der ehemalige Dekan von Bali mit seiner Frau nur knapp einem Überfall auf sein Auto, das vom Militär zusammengeschossen wurde – einfach so!

Im Juli letzten Jahres hat Bali einen neuen Dekan bekommen (in Kamerun wird häufig gewechselt!): Secretary Voma Simon, der schon in anderen Distrikten viel Erfahrung mit Partnerschaften gesammelt hat und an unserer Partnerschaft sehr interessiert ist und schon einige Projekt-Anregungen gemacht hat.

So hat Secretary Voma angeregt, ob wir gemeinsam die Wiedereröffnung einer Krankenstation  in Bali den Weg bringen könnten. Gerne haben wir diesen Vorschlag aufgegriffen und hoffen, dass es bald losgehen kann. Ein Projekt mit dem wir Hoffnung und Hilfe zugleich spenden möchten.

Wenn Sie dieses Projekt oder die Partnerschaft insgesamt unterstützen wollen, sagen wir herzlich Danke oder Ndjika (das ist Mungaka, der kameruner Dialekt in Bali).

Evangelischer Kirchenbezirk Heidenheim IBAN DE77 6329 0110 0110 3650 20 Stichwort: Kamerun

Aktuelle Informationen zur Lage in Kamerun erhalten Sie unter www.brennpunktkamerun.org

Pfarrer Rolf Bareis