Moment mal - Wenn Pfarrer mal stehen bleiben

Alles Muskeln: der Blaumeisenweltmeister des einarmigen Klimmzugs. Foto: Michael Williamson

Eva-Maria Neumeister, Johannes Weißenstein und Michael Williamson präsentieren unter dem Titel „Moment mal“ über 30 Fotografien in der Galerie des Pressehauses in Heidenheim

Warum sollte ein Pfarrer nicht fotografieren? Und wo ein Pfarrer fotografiert, da können das doch auch drei! Und wenn sie schon dabei sind: Wie wär’s denn dann mit einer Ausstellung?

Nun, die kann man haben. Ab dem heutigen Samstag sind Fotografien von gleich drei Pfarrern in der Fotogalerie des Pressehauses in Heidenheim zu sehen.

„Moment mal“ lautet der Titel der Schau, die, ungefähr je zu einem Drittel, von Eva-Maria Neumeister aus Steinheim, Johannes Weißenstein aus Hohenmemmingen und Michael Williamson aus Schnaitheim bestückt worden ist.

Passion und Zufall

Wobei die drei, um dies sofort anzumerken, nicht in ihrer Eigenschaft als Pfarrer ausstellen. Denn dass sie fotografieren, hat mit ihrer beruflichen Tätigkeit nur insoweit etwas zu tun, als dass sie sich durch sie nicht bloß als Kollegen, sondern auch in ihrer gemeinsamen Passion als Fotografen kennenlernen konnten.

Dass das Ganze in eine Ausstellung mündet, erklärt Michael Williamson, war eher dem Zufall zu verdanken. Oder aber vielleicht auch der Tatsache, dass Williamson gewissermaßen als Stammkunde der Ausstellungen im Pressehaus gelten kann. „Ich schaue eigentlich immer mal rein, wenn neue Fotografien zu sehen sind. Und eines Tages habe ich mich aus purer Neugier danach erkundigt, welche Bedingungen man denn erfüllen müsse, um selber als Aussteller angenommen zu werden.“

Tatsächlich handelt es sich um Michael Willamsons erste Ausstellung überhaupt. Und das, obwohl er schon von Kindesbeinen an fotografiert. Die Idee, die ebenfalls leidenschaftlich fotografierenden Kollegen Eva-Maria Neumeister und Johannes Weißenstein zu fragen, ob sie nicht Lust hätten, sich an der Ausstellung
zu beteiligen, lag für Michael Williamson so nahe, dass er sie  sofort umsetzte. Man setzte sich also zusammen – und heraus kam eine Kollektion mit über 30 Motiven, „die wir selber für besonders halten“. Und das aus Gründen, die so unterschiedliche sind wie die Motive selbst, die, sagt Michael Williamson, insgesamt „die Vielfalt des Lebens widerspiegeln sollen: Mensch, Natur, Stadt, Land, solche Sachen“.

Blick und Augenblick

Auf den Auflöser drücken die drei Aussteller allesamt ausschließlich während ihrer Freizeit. Und da wiederum haben die drei ihre Eigenheiten ebenso wie ihre Gemeinsamkeiten. „Zum Beispiel wandern wir gerne durch Landschaften und Städte.“ Dabei bleibt man dann gerne auch mal stehen, sei es, weil einem plötzlich etwas auffällt, sei es, weil man einen Moment genießen möchte, von dem man weiß oder vielleicht auch nur ahnt, dass er sich sogar zu einem besonderen Augenblick entwickeln könnte. Es regt sich dann, wenn man so will, ganz automatisch der besondere Blick für eine Situation, ohne den ein Fotograf auf die Dauer gar nicht auskommen kann.

Ist eine Aufnahme im Kasten, war’s das auch schon. Und Michael Williamson spricht ebenso für seine Kollegen, wenn er sagt: „Wir  sind Verfechter der Straight Photography“, also der reinen Fotografie, „wir verbringen nicht Stunden vor dem Computer, um unsere Aufnahmen besser oder schöner zu machen, obwohl auch das eine Kunst ist.“

Noch bis „Nikolaus“ geöffnet

Die Ausstellung „Moment mal“ mit Fotografien von Eva-Maria Neumeister, Johannes Weißenstein und Michael Williamson wird noch bis zum 6. Dezember in der Galerie des Pressehauses in Heidenheim zu sehen sein.

Quelle: Heidenheimer Zeitung, Manfred F. Kubiak